11. Tag der Frauen in der Wirtschaft
Der Kongress stand unter dem Motto 'SMALL and SMART - Kleine Unternehmen auf Erfolgskurs'
Geballte Frauen-Power herrschte beim 11. Tag der Frauen in der Wirtschaft im Raiffeisen Forum. Mehr als 350 Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, über die Erfolgspotentiale kleiner Unternehmen miteinander zu diskutieren.
Die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, KommR Brigitte Jank (Bildmitte), wies in ihrem Eingangsstatement auf die Bedeutung der Kleinstbetriebe hin. Über 95 Prozent der Wiener Wirtschaftskammermitglieder fallen in die Kategorie null bis 4 Angestellte. Ihre ‚Machtposition’ wird nur deshalb nicht sofort wahrgenommen, weil sie nicht als Einheit auftreten.
Jede unternehmerische Tätigkeit beginnt mit einer Idee. Darüber waren sich alle in der Gesprächsrunde einig. Die Wege, daraus eine Erfolgsmarke zu kreieren, sind aber so vielfältig wie das Leben selbst.
Sohyi Kim hat ihr Restaurant zu ihrem Lebensinhalt gemacht. Sie zieht durch, was sie sich vornimmt, ohne darüber nachzudenken, wie lange sie dafür arbeiten muss.
Desirée Treichl-Stürkgh (2.v.l.), Herausgeberin des Wohn- und Lifestyle-Magazins H.O.M.E. fällt es nicht immer leicht, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Gerade in Aufbau- und Veränderungsphasen, wie gerade jetzt, wo sie mit ihrem Magazin den osteuropäischen Markt erobern möchte, fällt es ihr schwer, die Balance zu finden. Im Zweifelsfall gehen aber ihr Ehemann und ihre drei Buben vor.
Familie und Unternehmen müssen nicht zwangsläufig Gegensätze sein. Doris Rose schildert die Erfolgsgeschichte des Modelabels Jones. Jedes neu hinzu gekommene Familienmitglied brachte seine Ideen ein. Gemeinsam schafften sie Krisen und Neuorientierungen. Es sind die emotionalen Netzwerke, die ihr eine besondere Stütze geben.
Christine Meszar (l.), Expertin für Forderungsmanagement und Kundenbindung, hält mentalen Support gerade in der Gründungsphase für extrem wichtig. Die Berücksichtigung aller Wirtschaftsfaktoren, große Selbstdisziplin und viel Durchhaltevermögen sind für sie Garanten für den Unternehmenserfolg.
Kleinstunternehmen müssen ihre Probleme meist selbst bewältigen, weiß Gaston Giefing, Stadtdirektor für Handel und Gewerbe bei der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. In der Kommunikation mit der Bank rät er den Unternehmerinnen, mit Offenheit und laufenden Informationen eine Vertrauensbasis zu schaffen. Gründerinnen sollten mit einem ausreichenden Liquiditätspolster in die ersten schwierigen Jahre gehen.
Mag. Monika Strasser (4.v.r.), selbst Kleinstunternehmerin und Geschäftsführerin der KnewLedge Initiative, schließt den Kreis. 98% der Unternehmen in Österreich geben 2/3 der Angestellten Arbeit. Ganz viele Innovationen finden in KMUs statt. Da sie keine eigenen Abteilungen für Forschung und Entwicklung haben kann Lernen überall (z.B. auch im Rahmen des Arbeitsprozesses) stattfinden und bedeutet für die UnternehmerInnen meist Ideen sammeln und darüber nachdenken. Ein erfolgreicher Friseur formulierte dies so: ‚Ich sehe ein Problem, dann denke ich darüber nach und meist fällt mir die Lösung im Urlaub ein.’
(Das Gespräch leitete Ingrid Amon - 3.v.l.).

Im Rahmen des World Cafés (moderiert von Mag. Angelika Löffler), konnten die Kongressteilnehmerinnen ihre persönlichen Ansichten einbringen. Authentizität, zu sich selbst stehen ('ich bin ich'), ist neben der Fähigkeit zum Networking nach Meinung der Teilnehmerinnen die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg kleiner Unternehmen. Was wünschen sie sich? Als Unternehmen ernst genommen zu werden (von Banken, Interessenvertretungen und Förder-/Beratungsstellen), die Kleinheit als bewusst gewählte Betriebsgröße zu sehen und nicht als 'Durchgangsstadium' auf dem Weg zu einer größeren Unternehmensform. Mehr Unterstützung nach der Gründung (zumindest bis zum kritischen 3. Jahr). Als Belastung werden vor allem die Nachzahlungen der SVA gesehen und die Bewältigung der Informationsflut. Klare, einfache Botschaften und Beratung - so persönlich wie nur möglich - wären sehr hilfreich. Die Themen Mikrokredite und soziale Absicherung sowie Ausbildungsförderungen für Zusatzqualifikationen stehen ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste. Von Seiten der neuen Selbständigen kam der Wunsch nach mehr Unterstützung (Lobbying) und dem Zugang zu Wirtschaftsförderungen. Auch das Networking kam nicht zu kurz  |  |
 | Sabine Kehl-Baierle war die glückliche Gewinnerin des SMART-Wochenendes, zur Verfügung gestellt von Georg Pappas Automobil AG. Jede Teilnehmerin erhielt weiters je ein Präsent der Firmen Henkel, Pierre Lang und Jones. Im Contact Corner konnten die Teilnehmerinnen Firmenkurzpräsentationen auflegen. Die Veranstaltung schloss mit einer fulminanten Lightshow der Performancekünstlerin 'Zackenzilli'. |
Der Kongress fand in Kooperation mit Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und WWFF-Frauenservice statt.

Er wurde unterstützt von Henkel Austria, Österreichische Lotterien, Pappas AG, Pierre Lang, Wifi Wien, Unternehmensberatung des WIFI Wien