Kommentar der Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien
Präsidentin KommR Brigitte Jank zum Thema 'Unternehmerinnen in Wien - Ergebnisse einer Studie'
60 Prozent aller Wiener Unternehmerinnen sind in ihrem Berufs- und Alltagsleben weit stärker belastet als ihre männlichen Kollegen. Die Beanspruchung durch Haushalt, Familie und Beruf macht einer breiten Mehrheit der Unternehmerinnen zu schaffen. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und ein Mangel an igneten Förderungen sind weitere Schwierigkeiten, mit denen Wiens Unternehmerinnen derzeit zu
kämpfen haben, jede dritte nennt zudem Bürokratie als ein Hauptproblem. Das sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie, die die Wirtschaftskammer Wien in Auftrag gegeben hat, um Wachstumspotenziale für unternehmerische Frauen zu ermitteln.
Möglichkeiten zu wachsen und mit neuen Ideen wirtschaftlich erfolgreich zu sein, gibt es für Unternehmerinnen genügend. Ganz besonders trifft das auf jene Branchen zu, denen das Zukunftsinstitut Fraunhofer für Städte wie Wien eine dynamische Entwicklung voraussagt: Umwelt, Energie, Mobilität, Kommunikation, Sicherheit und Gesundheit. Dieses Wachstum werden wir allerdings nur erreichen, wenn mehr
Frauen als bisher mit unternehmerischen Ideen den Weg in die Selbstständigkeit antreten und Unternehmerinnen zunehmend auch in männerdominierte Bereiche eindringen. Denn in praktisch allen technischen Branchen ist der Unternehmerinnenanteil auch nach vielfältigen Bemühungen der Vergangenheit immer noch gering.
Die Politik ist daher dringend gefordert, mit einem Aktionsplan aktiv zu werden und z.B. steuerliche Erleichterungen - etwa bei den Kosten für Haushaltshilfen und bei der Zuverdienstgrenze beim Kindergeld - für Unternehmerinnen umzusetzen. Es müssen aber auch die Flexibilität der Kinderbetreuung und Arbeiten von zu Hause erleichtert werden. Denn offenbar reichen die bisher gesetzten Maßnahmen nicht, um die geschlechterspezifische Belastung von Unternehmerinnen abzubauen.